Bad Salzhausen

Liebig sei Dank - Kuren in Oberhessen

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Es lag ihnen einfach im Blut: das Salz. Schon sein Großvater Georg Melchior war Salinenarchivar in der Saline zu Nauheim gewesen, sein Vater Johann Wilhelm hatte sich, nachdem er als Rechtsgelehrter einen Namen erworben hatte, auch dem Salz zugewandt. Und das wiederum sehr erfolgreich. Denn er schaffte es bis zum angesehenen zweiten Direktor in Gießen und hatte später sogar einige Artikel veröffentlicht. Einen mit dem Titel „Sammlung praktischer Bemerkungen für Freunde der Salzwerkskunde“ schrieb er sogar zusammen mit seinem Bruder, dem berühmten Mathematiker und Naturforscher Karl Christian Langsdorf. Sie alle konnten sich nicht vom Salz, diesem wunderbaren Stoff, fernhalten. Und auch er selbst, Karl Friedrich Langsdorf, hatte sich einen Namen gemacht und die richtige Nase bewiesen: in seinem geliebten Salzhausen.

Zunächst hatte er Ende des 18. Jahrhunderts mit seinem Vater noch die Förderung des Salzes vorangetrieben, die Dorngradierung eingeführt und so den Grad der Sole erhöht. Neue Quellen hatten sie bohren lassen, um die Salzgewinnung in Salzhausen zu steigern. Über 4600 Zentner des weißen Goldes hatten sie pro Jahr gefördert – in den besten Zeiten. Die gingen aber zu schnell vorbei, denn einige Quellen versiegten und bei anderen war der Salzgehalt einfach nicht mehr hoch genug. Was sollte er nur tun? Da kam ihm die Nachricht, dass andere Orte das salzige Wasser aus den Quellen zum Baden nutzen und es erstaunliche Linderung bei allerlei Beschwerden gebracht haben soll, gerade recht. Also beschloss Karl Friedrich Langsdorf, der mittlerweile zum Salinenrat aufgestiegen war, ebenfalls ein Zimmer mit einer Wanne in einem der Siedehäuser einzurichten. Zwar schüttelten anfänglich alle guten Bürger des Ortes mit dem Kopf, das beeindruckte ihn aber nicht. Denn die Neuigkeit von der wohltuenden Wirkung des Solebades verbreitete sich schnell. Bis schließlich der gute Ruf von Ort zu Ort eilte, sodass die Regierung die Erlaubnis gab, den Badebetrieb auszuweiten. Die Zukunft Salzhausens also war gesichert!

Nur wenige Jahre später attestierte dann auch der berühmte Chemiker Justus von Liebig: „Es ist wirklich schade, dass die Badeanstalt nicht gleich im Anfange weiter ausgedehnt worden ist, und noch täglich Bestellungen auf Wohnungen einlaufen, welche nicht angenommen werden können, indem kein Platz mehr für Badegäste da ist. Man kann über die wirklich merkwürdigen Wirkungen dieser Sole nicht den mindesten Zweifel hegen, ich habe mich selbst durch den Augenschein überzeugt, dass Leute durch 20 bis 30 Bäder, nachdem sie in Wiesbaden und Ems vergeblich gebadet hatten, in Salzhausen vollkommen wiederhergestellt worden sind. Die Einrichtungen sind im Übrigen recht zweckmäßig, man lebt in Salzhausen recht angenehm und wohlfeil.“