Bad Orb

Die Sage von Peter von Orb

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Einst trieb der berühmt-berüchtigte Peter von Orb als Räuber und Wilderer mit seiner Bande in den tiefen Spessartwäldern sein Unwesen. Damals, zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges, galt er als eine Art Robin Hood – er wurde gefürchtet, gehasst, aber von den einfachen Leuten auch geachtet: Denn Peter von Orb bediente sich am Eigentum der Reichen und schenkte es den Armen. Einen ordentlichen Teil aber behielt er für sich selbst und seine Bande. Schon oft war eine Belohnung auf seinen Kopf ausgesetzt worden, doch immer konnte der gewitzte Wilderer seinen Verfolgern entwischen. Denn niemand, wirklich niemand, kannte sich in den tiefen und dunklen Wäldern so gut aus wie eben diese Räuberbande.

Aber eines Tages gelang es doch, den gefürchteten Räuber zu fassen. Er wurde gefesselt und gleich in den mächtigen Wartturm auf dem Molkenberg eingemauert. Dort sollte Peter von Orb nun einen qualvollen Hungertod sterben. Aber er hatte einen treuen Freund und Begleiter, von dem die Obrigkeit nichts ahnte: einen Fuchs, den er als junges Tier wie einen Hund zähmte. Mit unermüdlichem Eifer grub sich der Fuchs unter den Fundamenten des Turms durch, um seinen Herrn zu befreien. Endlich hatte er Peter von Orb erreicht. Flugs erweiterte der Räuber die Röhre und im Schutz der Nacht floh er aus seinem Gefängnis – und wurde seitdem nie wiedergesehen. Sein treuer Fuchs allerdings wurde von den Wächtern gefasst, erschlagen und fand in dem Gang, den er mitgegraben hatte, sein Grab, das mit einem großen Stein, dem sogenannten Fuchsstein, geschlossen wurde.

Der neun Meter hohe Wartturm ist heute ein beliebter Aussichtspunkt und bietet einen weiten Panoramablick über Bad Orb, auf den Spessart und den Vogelsberg. Der Premiumwanderweg „Spessartbogen“ führt vom Zentrum Bad Orbs direkt zum Molkenberg. Der Fuchsstein am Fuße des Turms ist übrigens heute noch zu finden.