Bad Hersfeld

Heilendes Wasser - seit Jahrhunderten

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Eigentlich war er ein Mann der Wörter: Konrad Duden, der Vater des Wörterbuches. Er hatte schon viele Reisen und Stationen als Lehrer hinter sich gebracht, als er im Jahr 1876 die Stelle als Direktor des Königlichen Gymnasiums in Hersfeld antrat. Während er dort arbeitete und lebte, hörte er von der seit Jahrhunderten bekannten Heilquelle und ihrer Geschichte: Schon 1518 wurde in einer spätmittelalterlichen Urkunde die Heilquelle erwähnt und im Dreißigjährigen Krieg pilgerten viele Gläubige zu dieser artesischen Quelle und erhofften, erbaten, erflehten sich Heilung, Linderung, Besserung und Frieden. Eine Lindenallee lenkte die vielen Gläubigen und Heilsuchenden hin zur „wundertätigen Quelle“. Zwischen den Allee- Bäumen wurden alsbald Opferstöcke aufgestellt, die um mildtätige Spenden mahnten – und so erhielt der Weg seine Bezeichnung: „Bettelbaum-Allee“. Und dann kam das Jahr 1700. In diesem Schicksalsjahr spielte das Wetter verrückt, es kam zu starken Vereisungen der Gewässer im Winter und dann zu Überschwemmungen. Im Februar kam es zu einem fatalen Zusammentreffen des Hochwassers der Fulda mit dem angeschwollenen Meisebach, der seinem Namen als „Wildes Wässerchen“ in diesem Jahr wirklich gerecht wurde; und im Zusammenspiel der Wassermassen wurde die Quelle überflutet, verlor ihre Heilkraft und versiegte schließlich. Konrad Duden und einige seiner Freunde beschlossen im Jahr 1904, die Heilquelle wieder ans Tageslicht zu befördern und der Stadt das Heilwasser zurückzugeben. Nach ihren sorgfältigen Vorbereitungen ging es ans Werk und die Pioniere hatten Erfolg: in 422 Meter Tiefe stieß der Bohrkern auf das heilende und bekömmliche Wasser. Die Freude war groß und zum Gedenken an den Stadtgründer, einen benediktinischen Mönch, wurde der Brunnen Lullus genannt.

Es ist ein wundervoller Park, der in den vergangenen 100 Jahren am südwestlichen Auengebiet Bad Hersfelds entstanden ist und in dem die Ursprünge der Quelle zu entdecken sind. Im Jahr 1949 wurde dann noch eine weitere Heilquelle erbohrt, die Vitalis-Quelle. So machen das eisen- und fluoridhaltige Natrium-Kalzium- Sulfat-Wasser des Lullus-Brunnens und das fluoridhaltige Natrium-Chlorid-Sulfat-Thermalwasser des Vitalis-Brunnens Bad Hersfeld zu einem Jungbrunnen für Heilung, Linderung und Besserung.