Bad Arolsen

Die Sage vom Markusstein

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Tief im Wald versteckt - wie einst Dornröschen in ihrem Schloss - erhebt sich vor den Toren von Bad Arolsen im Waldecker Land der von Sagen umwobene Markusstein – eine steile Felswand aus Sandstein mit ihren Grotten und Höhlungen. Einst hatte vor vielen, vielen Jahren hier der Einsiedler Markus in der Steinhöhle unterhalb des Felsvorsprungs gelebt und ihm den Namen gegeben.

Nun begab es sich eines schönen Tages, dass Fürst Karl August Friedrich zu Waldeck und Pyrmont von seinem prächtigen Residenzschloss aufbrach, um auf die Jagd zu gehen. Der Fürst war ein eifriger Soldat und stolzer Kriegsheld. Von dem Volk wurde der mutige Fürst mit seiner glänzenden Erscheinung bewundert.

Während des Jagdausfluges entdeckte Fürst Karl nun mit seinen Gefolgsleuten im Arolser Tiergarten einen prächtigen Hirsch. Sofort gab er seinem Pferd die Sporen, um die Verfolgung aufzunehmen und das stolze Tier zu erlegen. Der verängstigte Hirsch rannte zum Markusstein hinauf. Dort schien er gefangen, denn vor ihm eröffnete sich ein gähnender Abgrund. Vom Jäger verfolgt, sprang der Hirsch vom Felsen in die Tiefe – und in den Tod. In seinem Eifer jagte Fürst Karl dem Hirsch nach und hatte dabei sein Gefolge weit hinter sich gelassen. Dabei näherte er sich im blinden Jagdfieber immer mehr dem tückischen Abgrund. Im letzten Moment sprang der treue Jagdhund des Fürsten mit kläffendem Gebell an dem Pferd hoch und fasste den Zügel. Das Pferd bäumte sich auf, stoppte plötzlich ab und stampfte kraftvoll auf den Felsgrund. So rettete der treue Hund seinen fürstlichen Herrn vor dem Tode. Noch heute zeigt sich auf dem Markusstein, dicht vor dem grausamen Abgrund, eine Vertiefung, die einem Pferdehuf ähnelt…