Bad Soden-Salmünster. Der Hessische Heilbäderverband hat einen neuen Vorstand. Einstimmig votierten die Heilbäder und Kurorte in Hessen in ihrer Mitgliederversammlung für

Bad Zwestens Bürgermeister Michael Köhler

und ein neues Team, das sich um ihn gruppiert. Ihm zur Seite stehen als stellvertretende Vorsitzende

Günter Göpfert, Wiesbaden, und
Kurdirektor Holger Reuter, Bad Homburg v.d. Höhe,

der diese Position erstmals inne hat. Weiterhin sind im Vorstand vertreten

Bürgermeister Ralf Gutheil, Bad Wildungen,
Geschäftsführer Steffen Schneider, Bad Nauheim,
Bürgermeister Thomas Trachte, Willingen, und
Kurdirektor Stefan Ziegler, Bad Soden-Salmünster.

Europa-Angelegenheiten sind das Thema von Dr. Dirk Thom, Bad Orb. Den Ausschuss für „Marke und Identität“ führt Bürgermeister Julian Schweitzer, Bad Endbach, den Ausschuss für Betriebswirtschaft soll zukünftig Markus Oberndörfer, Bad Schwalbach, verantworten. Die Geschäftsführung hat Almut Boller, Wiesbaden, inne.

„Die Heilbäder und Kurorte in Hessen stehen gerade in diesen Zeiten vor enormen Herausforderungen,“ erklärt der Vorsitzende Michael Köhler. „Die Auswirkungen der Pandemie auf die prädikatisierten Orte werden zu deutlichen Einschnitten in der Angebotsstruktur führen. Wir  tun alles dafür, dass die Heilbäder und Kurorte mit ihrer medizinisch-therapeutischen Kompetenz und mit ihrer kurspezifischen Infrastruktur erhalten bleiben.“ Auch deshalb setzt der Vorstand um Michael Köhler auf die inhaltliche und strategische Neuausrichtung des Verbandes und seiner 30 Mitglieder. Kern des Richtungswechsels ist die Marke DIE KUR, die der Hessische Heilbäderverband neu begründet hat und die zukünftig noch stärker im Markt platziert werden soll. Der tradierte Begriff „Kur“ wird inhaltlich modern ausgestaltet, in den Kurorten authentisch erlebbar und zeitgemäß beworben. Köhler ist überzeugt, dass der Heilbäderverband dabei den Zeitgeist trifft.

Darüber hinaus gelte es, die Interessen des Kur- und Bäderwesens deutlich nach außen zu vertreten. „Ich danke für das Vertrauen und freue mich auf meine neuen Aufgaben als Vorsitzender“, betont Michael Köhler mit Blick auf die gemeinsame Arbeit mit dem Vorstand des Hessischen Heilbäderverbandes, und den Kurs in Richtung Zukunft. „Das gestiegene Bewusstsein der Menschen für sich und ihre Abwehrkräfte erhöht auch die Bedeutung der Bäderzentren und ihrer hochqualifizierten Angebote und Kompetenzen. Das trägt bereits jetzt dazu bei, dass die Heilbäder und Kurorte rund 40.000 Menschen Arbeit in der Gesundheitswirtschaft geben können.“ Gleichwohl verzeichnen auch die Heilbäder und Kurorte in diesen Zeiten einen Rückgang der Übernachtungen von rund 45 Prozent*.

Die Einnahmeverluste aus den Tätigkeiten für Kur und Tourismus liegen aktuell bei rund 27 Millionen Euro. Deshalb appellieren die Heilbäder und Kurorte an die hessische Landesregierung, die Heilbäder und Kurorte als systemrelevanten Teil der Gesundheitswirtschaft anzuerkennen. Gefragt ist ein Sonderprogramm in Höhe von mindestens 20 Millionen Euro über drei Jahre, um die Heilbäder und Kurorte zielgerichtet weiterentwickeln zu können.

25. September 2020

 

* Vergleich Januar bis Juni 2019 / 2020