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Herzlichen Glückwunsch: 100-Jahre Heilquelle Löwensprudel in Bad Zwesten

Die Heilquelle Löwensprudel Bad Zwesten

Der Löwensprudel, auch „Suerborn" Bad Zwestener Mundart für (Sauerbrunnen) genannt, liegt an der Straße von Zwesten nach Niederurff. Das Wasser ist fluoridhaltiges Natrium-Calcium-Chlorid-Hydrogencarbonat-Wasser und ist eine wichtige Grundlage für den heutigen Kurbetrieb in Bad Zwesten. Der Löwensprudel wirkt heilend bei Magen-, Darm-, Leber- und Gallenwegserkrankungen.
Schon vor und zur Römerzeit wurde die Quelle als heilsames Trinkwasser genutzt.
Der Löwensprudel wurde 1764 erstmals urkundlich erwähnt. Inzwischen ist bekannt, dass dort Ludwig Emil Grimm verweilte. Ein Gemälde hiervon ist noch vorhanden. 1912 wurde die erste Bohrung und Analyse durchgeführt.

1914 bekam der Sauerbrunnen die erste steinernde Quellfassung, die zuvor aus einer massiven Tonwand bestand. Die Neufassung reichte bis über 20 Meter in die Tiefe. Nach knapp 8 Metern merkte man, dass zuvor schon Arbeitsaufwand erbracht worden war um die Quelle zu fassen. Im selben Jahr wurde der Brunnentempel errichtet, zunächst bestand dieser nur aus vier Säulen mit Überdachung. Die Gemeinde entschloss sich, die Quelle der Allgemeinheit nutzbar zu machen.

Ab 1922 wurde die Quelle wirtschaftlich genutzt, in dem sie verpachtet wurde. Die ersten Pächter waren Hans Schäfer aus Zwesten der Wasserschäfer genannt wurde und der Apotheker Georg Albes aus Treysa. Damit entstand die Firma „Zwestener Löwensprudel". 1925 wurde begonnen, dass feuchte Quellgebiet in einen Park umzugestalten, der heutige „Kurpark am Löwensprudel". Diese Initiative ging von Hans Schäfer aus. 1926 wurde der Brunnentempel fertiggestellt. 1929 wurden die ersten weißen Parkbänke im Kurpark durch den im selben Jahr gegründeten Verkehrs- und Verschönerungsvereins aufgestellt. 1931 wurde der Park verschönert. Es wurden die ersten Kastanienbäume gepflanzt und neue Hauptwege geschaffen. 1932 fanden die ersten Trinkstunden vormittags und nachmittags mit Musik im Brunnentempel statt. In den 30er Jahren entwickelte sich der Fremdenverkehr in Zwesten, der im Herbst 1941 durch den 2. Weltkrieg zum Erliegen kam. Der Neuanfang des Fremdenverkehrs war schwierig.

1955/56 kommen wieder erste Besucher und es wurden wieder Trinkstunden im Brunnentempel angeboten. 1957 bereist erstmals ein Reisebus Zwesten.

Die Aufwärtsentwicklung ging nur langsam jedoch deutlich sichtbar voran.
1960 wurde der Löwensprudel zur staatlich anerkannten Heilquelle ernannt. 1963 wurde Zwesten zum staatlich anerkannten Erholungsort. In diesem Zeitraum wurden die Heilanzeigen des alten Löwensprudels erneut nachgewiesen. Dieses Gutachten ist Grundlage für die spätere Genehmigung an die Firma „Zwestener Löwensprudel" zur Abfüllung als Heilwasser sowie für die spätere Anerkennung der Gemeinde als Heilquellen-Kurbetrieb und Heilbad. Im Jahre 1972 baute die Gemeinde eine Heilwasserleitung zu den Hardtwaldkliniken.Etwa 30 Meter nördlich der Heilquelle ist eine weitere Süßwasserquelle in einem Schachtbrunnen gefasst und etwa 50 Meter nördlich sind weitere starke Süßwasseraustritte vorhanden. Am Kreuzpunkt der zwei tektonischen Linien (Erdmantel) tritt die Löwenquelle aus. Trockene Kohlensäure steigt teils als Gas und teils als wässrige Lösung auf und ist in der Lage Mineralbetandteile von Gestein aufzulösen und mitzuführen, sofern dieser Alkali (Laugen; wässrige Lösung) und Karbonate (vollständig zerlegte Kohlensäure) in ausreichender Menge enthält. Das Wasser kann aufgrund der Erdschichten nicht weitersickern und so kommt es zur Bildung von verschiedenen Mineralquellen.
Eine Besonderheit in Europa liegt im Löwensprudelpark: Auf einer Fläche von nur ca. 2,5 Hektar treten sieben Quellen mit unterschiedlichen
Mineralisierungsgehalten zu Tage, welche artesisch (nicht gebohrt) sind.

Die wichtigsten sind:

• Heilwasser „Zwestener Löwenquelle" (Ausgabe im Löwensprudelpark, im Kurhaus und in den Hardtwaldklinken)
• Mineralwasserquelle „Löwensprudel"
• Natriumarmes Mineralwasser „Kurparkquelle"
• Mineralbrunnen „Kellerwaldquelle"
• Treibsandquelle im Teich

Die durchschnittliche Wassertemperatur beträgt 12° Celsius.

Der Löwensprudel umgeben von einer Reihe von Süßwasserquellen, erhält seinen Zufluss von ungefähr 120-144 cbm pro 24 Stunden Schüttung zu Trinkzwecken aus einer ca. 22m unter der Erdoberfläche hineinziehenden Wasserader, deren Ursprung an den Abhängen des Kellerwaldes zu suchen ist.

Eine alte Sage erzählt: Vor langer Zeit fuhr ein Fuhrmann mit seinem Wagen die alte Straße hinunter. Dieser Weg hatte ein sehr starkes Gefälle in Richtung Löwensprudel und Exbütte, dem Teich im Gelände des Löwensprudelparks. Aus welchen Gründen auch immer, er kam vom Weg ab und versank in dem Teich. Tage später soll er in Kassel wieder zum Vorschein gekommen sein. Ob tot oder lebendig wird nicht berichtet.

Die Sage zeigt, dass das Gebiet um den Löwensprudel herum ein Sumpfgebiet ist. Es wird auch berichtet, dass Irrlichter die Menschen in den Sumpf locken wollten, jedoch wird davon ausgegangen, dass diese Irrlichter eine Täuschung waren, herbeigeführt durch die Entzündung von Gasen und verfaulten Bäumen.

Vermutungen von Forscher Eckhard Sander:
Die Skizze zeigt mehrere Personen, die um einen Brunnen herum sitzen und stehen und aus Bechern trinken. Die angedeutete Landschaft im Hintergrund läßt eine kleine Ebene mit Bäumen, dann sanfte Hügel und ganz in der Ferne etwas höhere Bergkuppen vermuten. Die Skizze gehört zu einer Serie von Zeichnungen, die Ludwig Emil Grimm entweder 1814/1815 oder 1824 bei Touren von Kassel aus über die Weidelsburg, Naumburg, Geismar, Ungedanken, Treysa und Homberg zurück nach Kassel anfertigte. Als Erläuterungen zum Blatt Nr. 8 steht: "beim Sauerbrunnen vor Urff, wo der Junge das verschimmelte Brot fraß und wir aus Papier trinken".
Eckhard Sander geht davon aus, daß diese Grimm-Skizze die wohl erste belegbare Zeichnung des heutigen Bad Zwestener Mineralbrunnens ist. Weitere Hinweise lassen Sander annehmen, daß Bad Zwesten auf dem Weg zur Grimm-Schwester Lotte lag, die zur Kur in Bad Wildungen weilte. Mit der Sauerbrunnen-Skizze gibt es jetzt einen Beleg dafür, daß Grimms dort gewesen sind.
Ganz neu noch sind die Beziehungen einer Bad Zwestenerin zu dem Maler Ludwig Emil Grimm. Sie hatte auf dem Flohmarkt ein Bild gekauft, eigentlich hauptsächlich des Rahmens wegen. Interessehalber wandte sie sich an Eckhard Sander und bat um ein Buch mit Zeichnungen des Grimm-Bruders - und fand dort überraschend die Abbildung ihrer Zeichnung.

Programm:
100-Jahre Heilquelle Pfingstsonntag 08.06.2014
13:00 Uhr- 18:00 Uhr, Kurpark am Löwensprudel

11:00 Uhr Ortsführung: „Sommerfrischler und Kurbetrieb"
Treffpunkt: Rathausplatz Bad Zwesten
Die Vorsitzende des Kur- und Verkehrsvereins Christine von Urff wird Ihnen im historischen Gewand vom Jahre 1914 (langer Rock, feine Bluse und schicker Hut) zeigen, wo die „Sommerfrischler" wohnten, wie und wo sie ihre Zeit verbrachten.
Viele Fragen werden beantwortet, wie zum Beispiel:
- Wer entdeckte den Löwensprudel?
- Welche Verbindung haben die Brüder Grimm zum Sauerbrunnen?
- Warum ist der Löwensprudel so gesund?
Des Weiteren erzählt sie Geschichten und Anekdoten rund um die Entstehung des Kurbetriebes.

13:00 Uhr Offizielle Eröffnung durch Bürgermeister Michael Köhler

13:30-14:30 Uhr Spielraumtheater Kassel „Schöner kuren mit den Brüdern Grimm"
Lese-Theater-Stücke mit und über die Brüder Jacob(Carlo Ghiradelli) und Wilhelm (Stafan Becker) Grimm.
Seit nunmehr 7 Jahren beschäftigt sich das Spielraum- Theater mit den Brüdern Grimm. Herausgekommen sind viele vergnügliche Lesetheaterstücke, in denen die berühmten Brüder Jacob (Carlo Ghirardelli) und Wilhelm (Stefan Becker) aus ihrem Leben berichten. Grundlage sind Zitate aus über 30 000 Briefen, die Brüder im Laufe ihres Lebens geschrieben haben. Jeder Abend widmet sich einem anderen Grimmschen Thema. Und immer findet sich eine ausgewogene Mischung aus der kunstvollen Rezitation wirklich ungewöhnlicher Grimmscher Märchen und handfester Hintergrundinformation. Und so erfährt der geneigte Besucher immer etwas Anderes und Neues über die Brüder, ihre Vielschichtigkeit und über ihre Zeit. „Kurzweilig, launig, unglaublich informativ und aktuell.

14:00-17:00 Uhr Walk-Act: Kräuterhexe und Medicus
Die Hexe und der Medicus verteilen im ansehnlichen Gewand kleine süße Präsente an die Gäste. Hier werden Sie mit kleinen Geschichten unterhalten.

15:00-16:00 Uhr Musik mit Stefan Kiessling
Deutsche Lyrik ist ein großes Bilderbuch. Wenn Kiessling seine eigenen Lieder und die Vertonungen von Gedichten bekannter Dichter spielt, dann wird dieses Buch aufgeschlagen und die Bilder lebendig. Mit Gitarre und Indischer Sitar entstehen zuweilen fröhliche, zuweilen nachdenkliche Lieder über die Liebe und das Leben. So unterschiedlich wie die Gedichte, so unterschiedlich sind auch die Stile, denen er sich bedient.

16:30-18:00 Uhr Harfenspieler Michael Pfleger
Michael Pfleger wird mit seiner Keltischen Harfe das Fest zu gemütlichen Abschluss bereichern.Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt!

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