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Die Themen der Zeit

Die Heilbäder und Kurorte in Hessen sind dynamische Wirtschaftszentren. Das ist nicht nur an Daten und Fakten, wie den über 9,6 Millionen Übernachtungen jährlich, abzulesen, sondern wird auch in den Themen deutlich.

Präventionsgesetz
Mit dem Präventionsgesetz sollen Maßnahmen zur Vorbeugung gegen Krankheiten, Gesundheitsförderung und die Früh-erkennung von Krankheiten geregelt werden. Die Heilbäder und Kurorte in Hessen sind mit ihren hochqualifizierten Angeboten und ihrer hervorragenden Infrastruktur hervorragende Partner dafür. Gemeinsam mit dem Deutschen Heilbäderverband bringen sie die Forderungen auf den Punkt:

  • Mit finanziellen Mitteln Städte und Gemeinden direkt stärken.
  • Auf bewährte Strukturen zurückgreifen
  • Heilbäder und Kurorte als eigenes Setting in das Präventionsgesetz mit aufnehmen.
  • Stärkung der Prävention durch Erhöhung des Ausgabenvolumens für Präventionsleistungen der Krankenkassen.
  • Kuren und Vorsorgeleistungen nach § 23 II SGB B müssen Pflichtleistungen der GKV werden.
  • Den Zuschuss für ambulante Vorsorgeleistungen von 16 Euro bzw. 25 Euro im Zusammenhang einer ambulanten Vorsorgeleistung als Pflichtleistung in der vollen Höhe verpflichtend auszahlen.
  • Vereinfachung des Antrags- und Genehmigungsverfahrens in der GKV durch die Stärkung der Haus- und Fachärzte. Sie sollten unmittelbar über Kurmaßnahmen entscheiden können.
  • Ärztliche Nachwuchsförderung im ländlichen Raum sollte Hand in Hand mit der Stärkung der Kur- und Badeärzte gehen.
  • Einrichtungen in den Heilbädern und Kurorten bei der betrieblichen Gesundheitsförderung berücksichtigen.
  • Prävention und Rehabilitation vor Pflege.

Um die Freiheit der Versicherten bei der Wahl, ob sie eine ambulante Vorsorgemaßnahme am Wohnort oder in einem anerkannten Kurort durchführen wollen, zu ermöglichen, sollte nachfolgende Formulierung in den Gesetzentwurf mit aufgenommen werden:

§ 23 Absatz 2 SGB V
Die Krankenkasse erbringt aus medizinischen Gründen erforderliche ambulante Vorsorgeleistungen in anerkannten Kurorten. Die Satzung der Krankenkasse sieht zu den übrigen Kosten, die Versicherten im Zusammenhang mit dieser Leistung entstehen, einen Zuschuss von 16 Euro täglich vor. Bei ambulanten Vorsorgeleistungen für versicherte chronisch kranke Kleinkinder ist der Zuschuss nach Satz 2 auf bis zu 25 Euro zu erhöhen.

Erhöhung der Umsatzsteuer auf Sauna-Besuche
Mit der Erhöhung der Umsatzsteuer auf Sauna-Besuche zum 1. Juli 2015 stehen die Heilbäder und Kurorte in Hessen vor einer weiteren Herausforderung – organisatorisch und argumentativ. Denn die Anpassung des Steuersatzes von 7 auf 19 Prozent wird in nahezu allen Thermen und Bädern eine Preiserhöhung nach sich ziehen. Die kann zu einem deutlichen Besucherrückgang führen.

Fracking
Die Heilbäder und Kurorte in Deutschland warnen davor, unterirdische Wasservorkommen in ihrer Reinheit und Ursprünglichkeit durch neue Energieträger aufs Spiel zu setzen. Im Gegensatz zu Geothermie-Tiefbohrungen birgt der bei der Fracking-Technik zur Schiefergaserkundung und -erschließung übliche Einsatz von zum Teil toxischen Chemikalien für schützenswerte Wässer, besonders Heilwässer und Heilgase, auch bei sorgfältiger Beachtung aller Vorschriften und Befolgung von Auflagen hohe Risiken. Der Schutz der natürlichen Heilmittel, Heilwässer und Heilgase muss auf eine Ebene mit dem Schutz der öffentlichen Trinkwasserversorgung und dem Schutz des Wassers für Lebensmittelbetriebe gestellt werden.

Fast die Hälfte der im Deutschen Heilbäderverband e.V. organisierten Heilbäder und Kurorte sind als Mineral-/Thermalheilbad oder als Kurort mit Heilquellenkurbetrieb staatlich prädikatisiert.

Die namensgebende Artbezeichnung der Heilbäder und Kurorte basiert auf der kurmedizinischen Anwendbarkeit von Heilwässern und/oder Heilgasen aus ortsgebundenen Quellen oder Bohrungen, die vorgängig wasserrechtlich meist als Heilquellen anerkannt wurden. Diese ortsspezifischen Heilmittel sind aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung, ihrer physikalischen Eigenschaften oder nach der Erfahrung geeignet, bei unterschiedlichen Krankheitsbildern zu Heilzwecken zu dienen.

Hessen zählt 20 Heilbäder und zwei Heilquellenkurbetriebe und insgesamt 107 Quellen.