Bad Homburg v. d. Höhe

The real Homburg Hat – ein Hut reist um die Welt

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Deutschlands erster Bundeskanzler Konrad Adenauer promotete den „Homburg“ als In-Hut der 50er Jahre. Seinem Beispiel folgend, behüteten sich zahllose Politiker und Diplomaten bei offiziellen Anlässen mit einem solchen Exemplar. Und Bad Homburgs Altoberbürgermeister Wolfgang Assmann schmückt sein Haupt noch heute damit. Nur findet er wenig Nachahmer, weil diese Art von Kopfbedeckungen halt nicht mehr en vogue ist. Der Mythos des „Homburg“ indes begann weitaus früher als die Adenauer-Ära.

Doch eines vorab: Man begehe bitte nicht den Faux pas, von einem „Homburger“ zu sprechen. Das nämlich ist einer der über 52.000 Menschen, die in der Kurstadt am Taunus leben.

Die Geschichte des „Homburg“ hatte mit, natürlich, Modebewusstsein zu tun und mit Bequemlichkeit. Beides zeichnete den Prinzen von Wales aus, der später als Edward VII. auf den englischen Thron stieg. Der Prinz kam im Sommer des Jahres 1882 das erste Mal nach Homburg vor der Höhe, um seine liebe deutsche Verwandtschaft zu besuchen, denn die Hohenzollern hatten das Landgrafenschloss zu einer ihrer Sommerresidenzen erkoren. Und wie das so war: Man vergnügte sich, man feierte und man ging zur Jagd. Auf der Pirsch trug sein Neffe Wilhelm – er wurde 1888 deutscher Kaiser – einen grünen, bequemen und legeren Jagdhut mit aufgerollter Krempe. Der gefiel Edward sehr, wahrscheinlich weil die seinerzeit üblichen Bowler und Zylinder unflexible und damit unbequeme Hüte waren. Außerdem aber war der britische Thronfolger ein so modebewusster Mann, dass sein Vater klagte: „Dress und immer wieder Dress!“

Also suchte der Prinz von Wales am 29. August 1882 die Homburger Hutfabrik Möckel auf und bestellte einen Hut, der dem von Wilhelm ähnelte, aber ein prinzliches Design aufwies. Aus weichem grauen Filz sollte er sein und einen steifen, leicht gerollten Rand sowie ein schwarzes Hutband haben. Der „Real Homburg Hat“ war geboren. Da der Prinz von Wales unter den vornehmen Herrschaften als Trendsetter in Sachen Mode galt, trat der Homburg seine Reise um den Globus an. Später wurde er auch in Schwarz, Blau, Mittelbeige und Braun hergestellt, die Dame von Welt trug ihn gern in Weiß.