Bad Schwalbach

Die böse Fee Schwalba

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In uralter Zeit wetteiferte das Tal der weltberühmten Badestadt Schwalbach an landschaftlicher Schönheit mit dem benachbarten Rheingau.

Doch all die Herrlichkeit schwand plötzlich dahin, als die böse Fee Schwalba hier ihren Wohnsitz nahm, um Ruhe vor solchen höllischen Geistern zu finden, über die ihre Zauberkünste keine Macht hatten. Als diese Geister ihr aber folgten und sie quälten, riss sie in ihrem Zorn die Blumen und Reben aus, entwurzelte die Fruchtbäume und vergiftete mit ihrem kalten Hauch den Erdboden, sodass ihm heute noch keinen Blumen entsprießen und keine edlen Früchte reifen, die einst die Zierde und der Reichtum des Tales waren. Anstatt der lauen Winde und des lieblichen Sonnenscheins nahmen raue Stürme, schaurige und heftige Fröste überhand. Wohl wehklagten die Bewohner des Tales; aber sie konnten das Herz Schwalbas nicht rühren. So holten sie einen frommen Einsiedler vom Rhein, der die Zauberin durch sein kräftiges Gebet zwang, vor ihm zu erscheinen und der sie für zwei Jahrzehnte in die Einsamkeit verbannte, um Buße zu tun.

Nach zwanzig Jahren war Schwalba ein altes, gebrochenes, gramgebeugtes Weib geworden und sagte: »Das Böse ist leichter zu vollbringen, als wieder gut zu machen. Das Unheil, das ich angestiftet habe, wird in seinen Folgen leider noch lange nachwirken; aber ich will weinen über das, was meine Bosheit angerichtet hat. Meine nie versiegenden Tränen sollen sich in Wasser verwandeln, hier auf ewig aus der Erde quellen und den Menschen Gesundheit verleihen.« Darauf sank sie mit dem Klausner betend auf die Knie nieder, während des Gebetes nahm Gott ihre Seelen zu sich.

Noch heute quellen Schwalbas Tränen aus der Erde hervor, und viele Leidende suchen und finden Jahr für Jahr ihre Gesundheit. Der eine Brunnen heißt Stahlbrunnen, um die Herzenshärte Schwalbas vor ihrer Bekehrung anzudeuten, der andere heißt Weinbrunnen, weil Schwalba sich wie trüber Most in edlen Wein veredelte.

Nach dem Namen der Zauberin heißt der Ort noch heute Schwalbach.