Bad Karlshafen

Die Sage vom Reinhardswald

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Zwischen Weser, Diemel, Esse und Fulda erstreckt  sich der sagenumwobene Reinhardswald. Vor ungefähr 700 Jahren wurde hier Korn angebaut, als die Getreidepreise noch sehr hoch waren und die Leute aus den Taldörfern fortzogen, um im Wald Huteeichen zu schlagen und den Waldboden zu pflügen. Zu eben dieser Zeit lebte dort der Graf Reinhard, dem alles Land und alle Dörfer zwischen Diemel und Weser gehörten. Er war ein besessener Spieler, doch war das Glück selten auf seiner Seite, sondern meistens auf der seines Gegners, dem Bischof von Paderborn.

Als der Graf wieder einmal verloren hatte, schlug er ein letztes Spiel vor und setzte seine gesamte Grafschaft aufs Spiel. Die Würfel fielen und er war ruiniert. So schnell gab sich Graf Reinhard jedoch nicht geschlagen. Voller List fragte er den Bischof, ob es ihm vergönnt sei, noch eine letzte Aussaat und Ernte auf seinem Boden vorzunehmen. Der Bischof von Paderborn war damit einverstanden. Aber was säte der Graf im Herbst?  Nichts als Eicheln und Bucheckern. Die Dörfer ließ er niederbrennen und die alten Hofstätten dem Erdboden gleichmachen.

Im Frühjahr reckten sich die jungen Bäumchen und es grünte talauf und talabwärts. Als der Bischof im Herbst wiederkam, um seinen Besitz anzutreten, führte ihn der listige Graf hinaus in die Flur. „Ihr seht ja, Herr Bischof, meine Ernte ist noch nicht soweit, Ihr müsst Euch noch etwas gedulden“ Bischof und Graf sind wohl darüber gestorben, denn immer noch rauschen die Eichen und Buchen im Reinhardswald.