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Sole-Therapie gegen Neurodermitis: Gesunde Meeresbrise in Hessens Heilbädern und Kurorten 

Gradierwerk Das Gradierwerk in Bad Sooden-Allendorf ist teilweise in den Saunagarten der Therme integriert. Foto: Fouad Vollmer für den Hessischen Heilbäderverband.

Salz ist ein wahres Wundermittel. Bereits seit dem Altertum sind die glitzernden Körnchen als weißes Gold bekannt. Ein Schatz, den es besonders in den Heilbädern und Kurorten in Hessen zu entdecken lohnt. Ob aufgelöst in Wasser, leise über Schwarzdorn rieselnd oder als Peeling: Salz entwickelt eine herausragende Wirkung.

Gerade im Frühjahr, wenn Pollen durch die Luft wirbeln und die Nase und Atemwege reizen, hilft das weiße Gold der Erde. Dann nämlich leiden besonders Neurodermitiker unter einer empfindlichen Haut und starkem Juckreiz. Bäder in angenehm temperierter Sole sorgen bei der Behandlung von entzündlichen Hautkrankheiten für Erholung des überbeanspruchten Körpers. Positiven Einfluss auf die gereizte Haut können auch Sonne und hoher Salzgehalt in der Luft haben. Gradierbauten in zahlreichen der Heilbädern und Kurorten sorgen für ein perfektes Mikroklima und einen Hauch von Meeresluft mitten in Hessen. Inhalatorien verstärken das Mikroklima und die Aerosole gelangt bis in die feinsten Verästelungen der Bronchien.

Im malerischen Fachwerk-Heilbad Bad Sooden-Allendorf in Nordhessen dreht sich alles um Salz und Sole. Im Kurpark des Heilbades befindet sich ein mächtiges Gradierwerk, das mit seiner zwölf Meter hohen, imposanten Holzkonstruktion eines der letzten Bauwerke dieser Art in Deutschland ist und bis heute als Freiluftinhalatorium dient. Alleine der Anblick des Schwarzdorns, über den leise die Sole rieselt, wirkt beruhigend. Ein Teil des Gradierwerks gehört sogar zum Saunagarten der Werratal-Therme. Wer dort nach einem Saunagang einen Abkühlungs-Spaziergang macht, kann die gesunde Salzluft einatmen. Aber auch im Badebereich geht es salzig zu: Hier können Besucher in der 32 bis 34 Grad Celsius warmen Sole schwimmen. Der Salzgehalt des Wassers beträgt drei Prozent und hilft bei Hauterkrankungen, denn ein Bad versorgt die Haut mit Mineralien und schwemmt die Stoffe aus, die den Juckreiz hervorrufen. Ein besonderes Erlebnis ist auch die Totes-Meer-Salzgrotte direkt im Thermengebäude. Hier werden Gäste von feinem Trockensalznebel, den man kaum sieht, eingehüllt.

Bad Salzhausen am Fuße des Vogelsbergs ist eines der ältesten Solebäder Deutschlands und lockt mit zahlreichen Badekuren, Trinkkuren und Inhalationen. Die Solequellen des kleinen Kurortes werden seit Anfang des 19. Jahrhunderts zur Heilung verschiedener Krankheiten eingesetzt. Gleich sechs Quellen sprudeln hier aus der Erde und wetteifern mit dem Gradierwerk und dem Trinkbrunnen um die wohltuende Wirkung der Salzhäuser Sole. Die besondere Kraft der Sole können Gäste am besten in der Justus-von-Liebig-Therme erleben. Der berühmte Chemiker attestierte schon in den 1820er Jahren dem wundersamen, salzhaltigen Wasser seine heilende Wirkung. Aber auch im Gradierbau im wunderschönen Park von Bad Salzhausen fließt die wohltuende Sole herab.

Die barocke Kleinstadt Bad Karlshafen lockt ebenfalls mit Kuren und Sole. Entdeckt wurden die Solequellen bereits 1838 vom Apotheker Jacques Galland. Am Gradierwerk rieselt die Sole über die Schwarzdornhecke ab und reichert die Luft salzhaltig an. Die Becken der Weser-Therme weisen unterschiedliche Sole-Konzentrationen auf – im Innenbereich beträgt sie bis zu fünf Prozent, draußen bis zu zwölf Prozent. Die Thermenwelt mit großem Saunaland wird aus Hessens salzhaltigster Thermalsolequelle gespeist.