Neues aus der Geschäftsstelle

Heilbäder und Kurorte in Hessen:
„Den Wandel gestalten"

Das Prädikat „Heilbad" oder „Kurort" ist eine Auszeichnung und Verpflichtung zugleich. Es steht für die hohe Qualität der Angebotsstruktur und die medizinische Kompetenz in Verbindung mit einem Natürlichen Heilmittel. Die An-strengungen für dieses Prädikat sind enorm und können – auch als gesellschaftliche Aufgabe – nur gemeinschaftlich getragen werden.

Es ist kein Geheimnis: Die Heilbäder und Kurorte haben schwere Zeiten hinter sich. Gesundheitsreformen und die Abhängigkeit von den „verschriebenen Kuren" haben zu schweren wirtschaftlichen Einbrüchen und einem Identitätsverlust geführt. Die Heilbäder und Kurorte in Hessen haben erkannt, dass in den veränderten Voraussetzungen Chancen liegen und gestalten den Wandel aktiv mit. Zu der zukunftsweisenden Ausrichtung tragen Investitionen in die kurspezifische Infrastruktur, eine neue Markenführung, veränderte Angebote und vieles mehr bei.

Anhand der strengen Kriterien der „Begriffsbestimmungen" des Deutschen Heilbäderverbandes wird jedoch deutlich, welche Herausforderungen die Heilbäder und Kurorte bestehen müssen. Beispielhaft sei hier das nordhessische Bad Wildungen genannt, das die Heimat für 21 Kliniken bildet. Für die Kliniken kann keine Grund- und Gewerbesteuer erhoben werden. Zudem sind kaum Möglichkeiten gegeben, Gewerbegebiete und Steuereinnahmen zu generieren. Dem gegenüber stehen Aufwendungen für die kurspezifische Infrastruktur, die in besonderem Maße den Schutz der Natürlichen Heilmittel des Bodens und der Luft umfassen. Weitere wichtige Aspekte sind die Pflege der Kureinrichtungen vom Kurpark bis hin zum Kurhaus, von der Therme bis hin zu den Wanderwegen.

Damit die Heilbäder und Kurorte ihre gesellschaftliche Aufgabe „Gesundheit" erfüllen können, erhalten sie die so genannte „Bäderzuweisung". Das Land Hessen fördert ab 2016 die Gesundheitszentren mit 13 Millionen Euro statt wie bisher mit 11,5 Millionen Euro gezielt und leistet so einen bedeutsamen Ausgleich zu den Wettbewerbsnachteilen, die entstehen. Von der besseren finanziellen Ausstattung des Themenbereiches profitieren Gäste und Bürger gleichermaßen.

Die KUR der Zukunft
Die hessische Bäderfamilie ist sich der sachgerechten und gezielten Verwendung des Bäderpfennigs bewusst, da sie auch in direkter Beziehung zu ihrer Bedeutung steht. Denn die Heilbäder und Kurorte in Hessen sind Kompetenz-Zentren für die medizinische Versorgung, regionale Versorgungszentren mit ausgezeichneter Infrastruktur und sichern hochwertigen und gesunden Lebensraum für Gäste und in einem besonderen Maße auch für ihre Bürgerinnen und Bürger.

Mit über 25 Prozent Anteil an den gesamthessischen Übernachtungen sind die Heilbäder und Kurorte eine tragende Säule des Tourismus in Hessen", unterstreicht der Vorsitzende des Hessischen Heilbäderverbandes Ronald Gundlach, die Bedeutung des Kurwesens. „Allein mit den touristischen Aktivitäten geben sie 38.400 Menschen einen Arbeitsplatz und damit ein sicheres Einkommen. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass die Heilbäder und Kurorte in Hessen gemeinsam mit ihren Partnern den Wandel gestalten.

Der Hessische Heilbäderverband
ist die Interessenvertretung in Bund, Land und Region der 30 Heilbäder und Kurorte in Hessen. Ein weiterer Schwerpunkt bildet das gemeinsame Marketing für die Bäderzentren. Vorsitzender des Verbandes ist Bürgermeister a. D. Ronald Gundlach aus Bad Sooden-Allendorf, stellvertretender Vorsitzender ist Bürgermeister Markus Schäfer aus Bad Endbach. Die Geschäftsführung hat Almut Boller aus Königstein im Taunus übernommen.