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Bunker, Gruften und Katakomben – Abtauchen in Hessens Unterwelten

Hessen hat noch weitaus mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick erkennen kann. Unter unseren Füßen befindet sich eine verborgene Welt, die es zu entdecken gilt. Bei Besichtigungen von Bunkern, Gruften, Bergwerken, Stollen, Katakomben und Höhlen eröffnen sich spannende Einblicke in die Historie der hessischen Regionen. Mit dabei sind Touren für Abenteurer, Geschichtsinteressierte, Höhlentaucher und Mutige – Erlebnisse, die keiner so schnell vergisst. Hier stellen wir einige Tipps zum Entdecken in den Heilbädern und Kurorten in Hessen vor.

Auf Tauchgang in Willingens Unterwelt: Besucherbergwerk Schiefergrube „Christine“
Seit gut 100 Jahren kann die Schiefergrube „Christine“ im nordhessischen Willingen unter fachmännischer Führung besichtigt werden. Hier erfährt der Besucher Wissenswertes sowohl zur Entstehung und zum Abbau von Schiefer als auch zur Verarbeitung und Verwendung des Schiefers über Tage. Sogar Taucher kommen hier auf ihre Kosten. An einer 1,2 Kilometer langen Führungsleine können ausgebildete Höhlentaucher die gefluteten Sohlen erforschen. Das Scheinwerferlicht legt das Geheimnis der Unterwelt frei und macht Kleidungsstücke, Schuhe, Flaschen, Werkzeug, Rohre, Schienen und Loren sichtbar. Öffnungszeiten: November bis März: Mittwoch - Sonntag 10 und 11 Uhr; April bis Oktober: Mittwoch - Samstag um 10, 11, 15 und 16 Uhr; Sonntag 10 und 11 Uhr. Eintritt für Erwachsene 3,50 Euro, für Kinder (4-12 Jahre) 2 Euro.

Herbststein – Reise in die vulkanische Vergangenheit
Die Stadtführung in Herbststein beginnt am Marktplatz und führt hinab in das geheimnisvolle unterirdische Gewölbe aus dem 13. Jahrhundert. Nicht nur kulturgeschichtlich als einziges Relikt der nicht mehr vorhandenen Burg interessant, eignet sich das Gewölbe auch hervorragend, um die vulkanische Vergangenheit des Vogelsbergs nachvollziehen zu können. Im Burggewölbe angekommen, haben Besucher eine 360 Grad Ansicht auf erkaltete Lavaströme des Vogelsberges. Wie bei einem Doppelkeks mit Füllung sind in den Wänden abgelagerte vulkanische Aschen zu sehen, die durch explosive Vulkanausbrüche der Umgebung bedeckt wurden. Der obere Lavastrom hat diese Aschen beim Darüberfließen mit einer Temperatur von rund 1.300 Grad rot gefärbt, vergleichbar mit Töpferware, die in einem Ofen gebrannt wird. Diese Schicht ließ sich am einfachsten bearbeiten und entfernen, um einen noch bis heute stabilen Keller zu erbauen. Nächster Termin: 21. Oktober 2017 um 14 Uhr. Kosten für Erwachsene 3 Euro, für Kinder (ab 6 Jahre) 2 Euro, Familien 8 Euro.

Eiskeller, Weinkeller und Luftschutzbunker – Kassel unterirdisch
Seit dem 13. Jahrhundert wird der Kasseler Weinberg mit dem Weinanbau in Verbindung gebracht. Tief in den Kalksteinfelsen hineingegraben, befindet sich eine Stollenanlage, die einst als Eiskeller, Weinkeller und später auch als Luftschutzbunker diente. Hier herrscht zu jeder Jahreszeit eine Temperatur von elf Grad. Zehn Eingänge und neun Stollen bilden ein Labyrinth aus Gängen, die zum Teil eng, dunkel und niedrig sind. Wer sich daraus aber wenig macht, sollte dieses „Tunnelnetz“ unbedingt im Rahmen einer Führung entdecken, denn es auf eigene Faust zu erkunden, wäre lebensgefährlich. Eintritt fünf Euro, Anmeldung erforderlich.
Weitere unbekannte und verborgene, für die Öffentlichkeit nicht oder nur eingeschränkt zugängliche Orte Kassels, entdecken Besucher mit den ViKoNauten. Mit seiner Projektgruppe „Kassel Total“ erweckt der Verein diese Orte mit historischen Führungen und Inszenierungen zum Leben. Die ViKoNauten bieten außergewöhnliche Stadtführungen für Einzelteilnehmer, Schulklassen und gebuchte Gruppen an und führen regelmäßig Sonderveranstaltungen durch. „Sonntags im Bunker“ und „Kasseler Unterwelten“ sind nur zwei Beispiel für die spannenden Führungen, die auf dem Programm stehen.

Bad Homburg – Besuch in der Landgrafengruft
Bad Homburg vor der Höhe hat auch unterhalb der Stadt und des bekannten Landgrafenschlosses außergewöhnliche Führungen zu bieten, denn unter der Schlosskirche befindet sich die Landgrafengruft. Mit einer Anzahl von 77 Särgen ist sie eine der größten und historisch wertvollsten Grablegen in Hessen. In der Krypta liegen die Familienmitglieder des Herrschergeschlechts zu Hessen-Homburg in aufwändig verzierten oder auch schlicht gehaltenen Särgen. Die Gruft öffnet ausschließlich zu besonderen Anlässen und ist das nächste Mal zum Reformationstag am Dienstag, den 31. Oktober, von 17 Uhr bis 21 Uhr zu besichtigen. Der letzte Einlass ist um 20:30 Uhr. Treffpunkt für die Führungen ist der Museumsshop im Eingangsbereich des Landgrafenschlosses, wo Besucher zu einem Eintrittspreis von fünf Euro pro Person eine Besichtigung der Gruft buchen können.

Bad Nauheim – Einblick in die Katakomben des Sprudelhofs
Hinab in die Katakomben des Sprudelhofs führt die Untergrundführung, die von November bis März jeden ersten Donnerstag im Monat von der Bad Nauheim Stadtmarketing und Tourismus GmbH in Zusammenarbeit mit der Stiftung Sprudelhof Bad Nauheim angeboten wird. Die Besucher folgen dem unterirdischen Gang von der Sprudelkammer bis zum Sprudel XIV. Weiter geht es zum Badewasserkanal. Die spezielle Führung erlaubt einen einzigartigen Einblick in die Technik der Badeanlagen. Die Kanäle und Kessel, die das Heilwasser aus 210 Metern Tiefe in die Wannen befördern, sind über 100 Jahre alt und noch voll funktionsfähig. Aufgrund der Enge, der hohen Luftfeuchtigkeit und niedriger Decken im Untergrund des Sprudelhofes ist diese Führung nicht für jedermann geeignet. Die Teilnehmer müssen über 16 Jahre alt und körperlich fit sein. Festes Schuhwerk und robuste Kleidung sind erforderlich. Die Führung dauert 1,5 Stunden und kostet 15 Euro. Eine Teilnahme ist nur mit Voranmeldung bei der Bad Nauheim Stadtmarketing und Tourismus GmbH möglich.

 

 

Weitere Informationen zu Hessens Unterwelten finden Interessierte unter:

https://www.hessen-tourismus.de/de/presse/hessensunterwelten/