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Heilbäder und Kurorte in Hessen:
Bäderpfennig angepasst - Gemeinschaft profitiert

Die Heilbäder und Kurorte in Hessen erhalten ab dem Jahr 2016 mehr Förderung vom Land Hessen. Der so genannte Bäderpfennig wird von 11,5 auf 13 Millionen Euro angepasst. Er dient dazu, gezielt die kurspezifische Infrastruktur zu fördern und die Wettbewerbsnachteile, die den Heilbädern und Kurorte entstehen, auszugleichen. Von der besseren finanziellen Ausstattung des Themen-bereiches profitieren Gäste und Bürger gleichermaßen.

„Die Heilbäder und Kurorte in Hessen stehen für eine hohe medizinische Kompetenz und eine heilsame Zeit in Gemein-schaft. Mit über 25 Prozent Anteil an den gesamthessischen Übernachtungen sind sie eine tragende Säule des Tourismus in Hessen", unterstreicht der Vorsitzende des Hessischen Heilbäderverbandes Ronald Gundlach, die Bedeutung des Kurwesens. „Allein mit den touristischen Aktivitäten geben sie 38.400 Menschen einen Arbeitsplatz und damit ein sicheres Einkommen."

Der Neuregelung des Bäderansatzes sind zahlreiche Gespräche im Hessischen Heilbäderverband und mit den Ministerien des Landes Hessen vorausgegangen. Ziel der Vertreterinnen und Vertreter der hessischen Bäderfamilie war es, eine möglichst gerechte Verteilung der finanziellen Mittel zu erreichen. Der Schlüssel umfasst daher ab 2016 neben den kurtaxpflichtigen Übernachtungen und der Anzahl der Betten in den Reha- und Kurkliniken, die Anzahl der Einwohner. Dieser Zahl kommt eine besondere Bedeutung zu, denn gerade die kleinen Orte sehen sich bei dem Schutz der kurspezifischen Infrastruktur vor immense Herausforderungen gestellt. Mit den Übernachtungs-zahlen und der Anzahl der Reha-Betten wird die Kur-Intensität mit einbezogen. Voraussetzung für den Erhalt des Bäderpfennigs, der nur kreisangehörigen Gemeinden zusteht, sind weiterhin mindestens 5.000 kurtaxpflichtige Übernachtungen.

Auch wenn es wünschenswert gewesen wäre, dass Kassel und Wiesbaden zukünftig ebenfalls am Bäderpfennig partizipieren, sehen die Heilbäder und Kurorte mit Blick auf die Bäderfamilie die zurzeit größtmögliche Gerechtigkeit, denn anhand der Daten und Fakten wird die Bedeutung von Kur und Tourismus in den einzelnen Heilbädern und Kurorten widergespiegelt ohne dabei eine Rangfolge zu bilden.

"Es ist eine Ehre und gleichsam eine Herausforderung Heilbad oder Kurort zu sein", erläutert Gundlach anhand der strengen Kriterien der „Begriffsbestimmungen" des Deutschen Heilbäderverbandes. Sie sind die Grundlage für das sichtbare Zeichen der Bäderqualität: Das Prädikat „Heilbad" oder „Kurort". Beispielhaft sei hier das nordhessische Bad Wildungen genannt, das die Heimat für 21 Kliniken bildet. Für die Kliniken kann keine Grund- und Gewerbesteuer erhoben werden. Zudem sind kaum Möglichkeiten gegeben, Gewerbegebiete und Steuereinnahmen zu generieren. Dem gegenüber stehen ohne Aufwendungen für die kurspezifische Infrastruktur, die in besonderem Maße den Schutz der Natürlichen Heilmittel des Bodens und der Luft umfassen. Weitere wichtige Aspekte sind die Pflege der Kureinrichtungen vom Kurpark bis hin zum Kurhaus, von der Therme bis hin zu den Wanderwegen.