Umweltmedizin

Umweltmedizin - Hilfe bei schadstoffbedingten Erkrankungen
Die Gefahr lauert im Schrank. Sie sitzt in Spanplatten, Teppichböden und auch in den Holzverkleidungen. Sie wartet in Haushaltsreinigern, Kosmetikartikeln und sogar in Nahrungsmitteln auf ihre Opfer. Hygiene wird in deutschen Durchschnittshaushalten groß geschrieben. Schädlinge haben keine Chance. Mücken, Motten und Holzwürmern wird mit der chemischen Keule der Garaus gemacht. Kaum jemand denkt an die Konsequenzen: Umweltmediziner geben Giftalarm.

Über 30 Millionen Allergiker in Deutschland
Während in der Natur Tier- und Pflanzenarten durch den rigorosen Einsatz von Pestiziden, Herbiziden, Formaldehyd und anderen Umweltgiften einfach aussterben, wird der Mensch krank. Die Anpassungsfähigkeit des Organismus stößt an seine Grenzen. Das Immunsystem hält mit der rasanten Zunahme der Belastung nicht mehr Schritt. Über 30 Millionen Allergiker allein in der Bundesrepublik sprechen eine deutliche Sprache.

Dabei bleibt es in den seltensten Fällen bei allergischem Schnupfen, Kopfweh oder Hautausschlägen. Pestizide, von denen in Deutschland in der Landwirtschaft Jahr für Jahr 30.000 Tonnen eingesetzt werden, verändern allein 15 von 47 wichtigen Stoffwechsel- und Abwehrfunktionen. Die als Insektizid bekannten Pyrethroide können Nervenleitungen unterbrechen und auf Dauer zerstören. Muskel- und Gelenkschmerzen, massive Störungen der Darmflora, ja sogar Angst und Depressionen sind die Folge von Umweltgiften, die zwangsläufig mit der Nahrung aufgenommen oder eingeatmet werden. Betroffene Patienten haben eine lange Leidensgeschichte. Weder Hausarzt noch Internist finden die Lösung. Die Schulmedizin stößt schnell an ihre Grenzen.

Neue Wege in der Behandlung
Neue Wege in der Diagnostik und Behandlung von Allergien und Schadstoffbelastungen geht das Institut für Umweltkrankheiten (IfU) im hessischen Bad Emstal. Das nach neuesten baubiologischen Erkenntnissen errichtete Behandlungszentrum ist eine schadstoffarme Oase für Allergiker und Menschen mit gestörtem Immunsystem. Unter der Leitung von Dr. Klaus-Dietrich Runow macht sich hier ein Team aus Medizinern, Ernährungswissenschaftlern und Psychologen mit akribischer Gründlichkeit auf die Suche nach den krankmachenden Substanzen. Aufwendige Diagnostik und Allergietests stehen im Mittelpunkt der kurmedizinischen Therapie. Dabei können Unverträglichkeiten bestimmter Nahrungsmittel ebenso für die Beschwerden verantwortlich sein wie Pilze oder schwer zu entdeckende Bakterienstämme. Bei der Entgiftung erzielen die Bad Emstaler Gesundheitsspezialisten durch eine Kombination von Sauna, Lymphdrainage, Darmspülung, Trinkkur und der Gabe antioxidativer Vitamine, Mineralien und Spurenelemente beachtliche Erfolge. Konsequent bis zum Schluss durchleuchtet das IfU auch den Wohn- und Arbeitsbereich der Patienten. Umweltingenieure bestimmen anhand von Luft-, Staub- und Materialproben gefährliche Wohnbereiche und geben Sanierungstipps.

Hoffnung für Darmpatienten
Besonders erfolgreich ist das Emstaler Therapiekonzept bei der Behandlung chronischer Darmerkrankungen. So entwickelte das IfU die erste in Deutschland anerkannte Kompaktkur für Darmpatienten. In drei oder vier Wochen erfahren die Patienten nicht nur gründliche Untersuchung und medizinische Hilfe. Im Kreis von Leidensgenossen lernen sie, mit ihrer Krankheit umzugehen. Die richtige Ernährung und Lebensführung stehen im Mittelpunkt von Schulungen und Vorträgen. Bewegungstherapie und Bastel- und Malkurse gehören ebenso zu dem von den Krankenkassen komplett übernommenen Kurprogramm dazu. Nur die Kosten für die Unterbringung muss der Patient selbst tragen.

Bisher einmalig in Deutschland ist auch die im Institut für Umweltkrankheiten angewandte Immuntherapie für Colitis ucerosa- und Morbus Crohn-Patienten. Durch eine aufwendige, fünf Tage dauernde Untersuchung kommen die Bad Emstaler Gesundheitsspezialisten seltenen Coli-Bakterien auf die Spur. Eine Impfung mit einem speziell für die Patienten entwickelten Serum hat beachtlichen Erfolg: Immerhin 60 Prozent aller Behandelten werden gesund.